„Energiewende – Chance für Handwerk und Mittelstand“
Zu einem sehr interessanten öffentlichen Vortrag lud der SPD-Ortsverein und die SPD-Gemeinderatsfraktion Sternenfels sowie die Arbeitsgemeinschaft der Selbst-ständigen in der SPD des Enzkreises ins Gasthaus Rössle nach Diefenbach ein.
Als Referent konnte der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, der Landtagsabgeordnete Thomas Knapp aus Mühlacker gewonnen werden.
Der 1. Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Sternenfels, Gerhard Schollenberger, be-grüßte gegen 20.15 Uhr Thomas Knapp, erschienene Handwerker und Selbstständige, sowie Parteifreunde und Parteigenossen recht herzlich.
In seinem 50minütigen Referat zeigte Thomas Knapp sehr anschaulich die Entwicklungsmöglichkeiten von 2001 über 2020 bis 2050 in der Energiewirtschaft auf. Er machte klar, dass das SPD-Wirtschaftsprogramm 20/20 in Baden-Württemberg gute Chancen für Handwerk und den Arbeitsmarkt bietet und zur Stärkung der Kaufkraft beiträgt. Er sehe ein großes Einsparpotential bei der Energie, das überhaupt keinerlei Komfortverlust für einen Hausbesitzer bzw. Mieter bedeuten muss.
Er nimmt an, dass bereits im Jahre 2020 die Stromversorgung in Baden-Württemberg zu 41% durch erneuerbare Energien bereit gestellt wird. Der Stromver-brauch wird um 10% sinken . Begründet wird dies damit, dass bis dahin viele Strom-fresser durch effiziente, moderne Geräte ausgetauscht sein werden.
Die SPD stellt klar, dass der hohe Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromer-zeugung von 41 Prozent im Wesentlichen durch einen starken Ausbau der Wind-kraft in Baden-Württemberg erreichbar ist. Knapp rechnete vor, dass 900 Anlagen der MW-Klasse , die 9 TWh Strom produzieren, für das SPD-Ziel benötigt würden. Wie realistisch dies sei, zeige sich schon daran, dass in Nordrhein-Westfalen heute bereits dreimal so viele Anlagen stehen.
Auch die Photovoltaik wird in den nächsten fünf Jahren stark zulegen und schon 2020 wesentlich zur Stromversorgung beitragen, ist sich Knapp sicher. Die Entwick-lung bei der Biomasse sieht der Energiefachmann ebenfalls positiv, während er beim Ausbau der Wasserkraft nur leichte Zunahmen erwartet.
Für die Zeit nach 2020, schon 2025, erwartet der SPD-Landtagsabgeordnete ein Überangebot an Strom, was zu einer erfreulichen Preisreduzierung für den Verbraucher führen werde.
Die Berechnungen bis 2050 zeigen klar auf, dass auch in Baden-Württemberg eine Vollversorgung aus Sonnenkraft, Wind und Biomasse beim Strom zu erreichen wäre. Er begrüßt vor allem, dass diese Versorgung ohne wesentlich steigende Stromkosten gegenüber heute möglich sei. Im Gegenzug vermeide die Umstellung die hohen Risiken und absehbaren Preissteigerungen bei Gas, Uran und Öl. Die Geothermie, die heute noch mit technischen Problemen und zu geringer Wirtschaftlichkeit kämpfen muss, wird bis 2050 eine tragende Stütze der Strom- und Wärmeversorgung werden.
Nach seinem Vortrag wurde eine kurze Pause von fünf Minuten eingelegt, ehe es in eine sachliche, über 75 Minuten dauernde Diskussion ging. Gerade hier konnte jeder Teilnehmer seine persönliche Meinung ausführlich darlegen, denn eine große Volkspartei lebt nun mal vom lebendigen Dialog. Von Recycling, Einsparungen beim Strom, Preiserhöhungen bzw. Preisentwicklungen in den nächsten Jahren, wo gerade die großen Konzerne die Preise bestimmen bzw. diktieren, war die Atompolitik auch zentraler Mittelpunkt, wo man viele tausend Jahre noch daran zu knappern hat. Speziell bei diesem Punkt entwickelte sich eine kontroverse Diskussion.
Gegen 22.25 Uhr dankte Gerhard Schollenberger Thomas Knapp für seine ausge-zeichneten Vortrag und den Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihre sachliche und engagierte Diskussion.
Kurt Bickel, als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Selbstständigen in der SPD des Enzkreises, sprach Thomas Knapp ebenfalls seinen Dank aus.